Die Tücken der Sportversicherung

Erstellt: Donnerstag, 23. Juli 2015 17:34
Geschrieben von Chadt-Rausch

Ralf Schlaap - Viele Vereine haben über die ARAG eine zusätzliche Kfz-Sportversicherung abgeschlossen. Versichert sein sollen damit Unfallschäden an PKW, die im Auftrag des Vereins zur Beförderung von Personen und Geräten eingesetzt werden. Mit dem Umfang dieser Versicherung hat sich der Bundesgerichtshof mit einem Urteil vom 23. Juli 2015 (Az.:  III ZR 346/14) auseinandersetzen müssen:
Eine Großmutter hatte ihre Enkelin zu einem Hallenfußballturnier gefahren und einen Schaden erlitten. Die Fahrten der Kinder zu Turnieren und Auswärtsspielen hatten die Familien der Kinder immer selbst organisiert und geregelt.
Der Bundesgerichtshof verneinte aufgrund dieses Sachverhalts Versicherungsschutz und wies die Klage ab. Die Fahrten seien zwar im Interesse des Vereins und der Mannschaft erfolgt aber freiwillig und aus Gefälligkeit und gerade nicht im Auftrage des Vereins.
Die Konsequenz dieses Urteils ist: Wenn ein Verein sich für den Versicherungsschutz entschieden und die Beiträge dafür investiert hat, sollte er auch den Fahrdienst planen, am besten mit einem gemeinsamen Treffen und organisierter Abfahrt vom Vereinsheim. Wer sich hieran nicht hält, verliert den Versicherungsschutz und könnte sich besser den Beitrag ersparen.