Pappnasen-Turnier - töröööööh!

Erstellt: Dienstag, 30. Januar 2018 15:36
Geschrieben von Chadt-Rausch
Kategorie: Mitteilungen
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Ralf Mulde - Die Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft DSAM stemmt sich traditionell mit aller schachlicher Macht gegen den Sog des rheinischen Karnevals und so auch diesmal: Der "Rußige Freitag", der angeblich nichts mit Abgas-Verordnungen zu tun hat, ist der 9. Februar. Um Schlag 10:00 Uhr werden knapp 400 Schach-Jecken im "H+-Hotel" zu Brühl (Köln) das Turnier eröffnen, dabei wird Staatssekretärin Andrea Milz (Sport, Ehrenamt) neben den Verbands-Repräsentanten ein Grußwort sprechen, nein: sie wird es in den frohsinnig brodelnden Raum feuern!
Der Applaus des enthusiastischen Publikums wird auch den Präsidenten des Schachbundes NRW (Ralf Niederhäuser) und den Macher des SK Brühl http://www.bsk1920.de/ (Friedhelm Heuser) begleiten und so wird sich das Schach einmal mehr zum Wohle aller Vereine der Region in Presse, Verwaltung und Mund zu Mund präsentiert haben: Es möge nützen.
Gleich vier Damen könnten wir als "Stargast am Brett" beschreiben. Die Großmeisterinnen (WGM) Carmen Voicu-Jagodzinsky (ROM, aktuelle Elo 2173), Hemer, Landestrainerin von ganz NRW, und Barbara Hund (Freiburg-Z., 2139), ihre starke Tochter Sarah Hund (Freiburg-Z., 1964) und die WFM Jovana Miljkovic (SRB, Elo 1882), Lingen, spielen mit! Die sind am Brett, um Dich eiskalt mattzusetzen. Versuche doch, Dich zu wehren! Beste Chancen für dieses Unterfangen räumt die Setzliste diesen ganzen Kerlen ein: Max Arnold (Ettlingen, Elo 2279), der an Zwei gesetzte Lokal-Gigant Stefan Schiffer (Brühler SK, 2277) und FM Dr. Thomas Wessendorf (Essen-Katernb., 2258) plus weiterer, so ungefähr 723 Spieler.
Unvergessen ist die schachliche DSAM-Büttenrede aus dem Jahre 2014:

"Historische Betrachtung des Dopings im Schach (Satire!)
Erstellt: 28. Februar 2014
Karnevalistische Rede des Präsidenten Ralf Niederhäuser, "Deutsche Amateurmeisterschaft" in Brühl.

Das Helfer-Doping (damit fing es an)
Seitdem Schach gespielt wird, gibt es das Helfer-Doping. Die Helfer stehen hinter dem Spieler, drücken ihre Knie gegen seinen Rücken, stoßen Finger schmerzhaft in die Spielerflanken oder treten erdbebenartig gegen Stuhlbeine. Helfer stehen dem Schachspieler auch gegenüber. Verrenken ihre Lippen mit lautlosen Wörtern oder zupfen sich die Ohren lang. Es gibt zahlreiche Verständigungs-Möglichkeiten, die zum Entsetzen der Helfer oft übel  missverstanden wurden. Für den Verlust der Partie trägt der Helfer selbstverständlich keine Verantwortung. Das Helfer-Doping war demzufolge eigentlich zum Scheitern verurteilt. Einen Helfer bekommt man jedoch kaum gebremst.

Handflächen-Doping (kennt man von der Schule)
Zumeist werden Eröffnungszüge in die Handflächen. Partien dauern lange; der Spieler stützt gedankenvoll sein Haupt in die geöffneten Hände. Und siehe da, erscheint seine Trickserei in Spiegelschrift auf seinen Backen. Peinlich und schon verloren.

Sakko –Doping (damals half die Mode den Schachspielern)
Heute erscheinen Spieler locker im Pullover, im sportlichen Dress oder ganz einfach im T-Shirt. Früher gab  es  eine gesittete Kleiderordnung. Man erschien vornehm im Sakko, dass mindestens zwei Nummern zu groß geraten war. Während der Eröffnungsphase gingen die Spieler beinah nach jedem Zug mit Hinweis auf die verdammt treibenden Blutdrucktabletten auf die Toilette. Dort klappten sie wie Uhrenschwarzverkäufer ihre Sakkos auf und schauten auf Dutzende Zettelchen. Ja, sie waren sogar angenäht. Frauen zweifelten an den Verstand ihrer Männer und beurteilten das Schachspiel als ein sehr komisches Hobby. Modisch alles vorbei!"
Vollständige Rede

Und die eng betexteten Okavhefte, mit denen man angeblich einmal Weltmeister Botwinnik (dessen humoristische Züge völlig in Vergessenheit gerieten) am Abort antraf, blieben sogar noch unerwähnt ...! Und am Sonntag, 11-Feb-2018 um 14:14 Uhr ist alles vorbei: Bei der Pfaffenfastnacht (Herrenfastnacht), tatsächlich aber tagsüber am Tulpensonntag erfolgt die Ehrung der Sieger dieser Qualifikations-Runde der DSAM!