Steht der Schachsport vor einem MATT??

Erstellt: Mittwoch, 02. November 2016 18:39
Published by Chadt-Rausch

Der Sportausschuss des Bundestages diskutiert die Neukonstruktion des Leistungssportes und der Spitzensportförderung. Unter anderen sind  das Bundesministerium Inneres (BMI) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) beteiligt. Vorgesehen ist eine verbesserte Förderung der Athleten von olympischen, paraslympischen und deaflympischen (Gehörgeschädigte) Spielen, Weltmeisterschaften und World Games. Gezielte Förderungen für die jeweilige Sportart werden nach einem für Laien sehr komplizierten System vergeben (PotAs). Jetzt steht schon fest, wer die meisten Erfolge - z. B. über einem Medaillenspiegel - nachweisen kann, wird besonders gefördert. Dies beinhaltet auch, dass Athleten beruflich unterstützt werden sollen.
Soweit alles gut. 
Jedoch wurde schon die Unterscheidung zwischen Olympische  und Nichtolympische Spitzenverbände getroffen. Die Neukonstruktion bzw. Spitzensportförderung hat zurzeit allein die olympischen Verbände im Fokus. Schach gehört nicht dazu; Schach ist nach Meinung der Entscheider als „Nichtolympisch“ zu betrachten.
Inwieweit die Nichtolympischen Spitzenverbände noch gefördert werden können und nach welchen Kriterien ist offen. Dieses Thema soll in der DOSB-Mitgliederversammlung am 03.12 diskutiert werden. Schach ist dort über den DSB mit einer Stimme vertreten. Hinzu kommen  Stimmen von den Landessportverbänden, die Schach als Sport betrachten.

Schon ist erkennbar, um was es geht. Man will im Bereich der nichtolympischen Verbände die Zuschüsse zugunsten der olympischen Verbände kürzen.  Dabei besteht die Gefahr, dass bei Einsparungen von Fördermittel durch die Bundesregierung, eine Förderung des Schachsportes obsolet werden kann.
Manch einer wird denken, dass ist egal, weil nur die da Oben (z.B. DSB) betroffen sind. Irrtum, denn Förderbestimmungen  reichen ähnlich wie Gesetze bis an die Basis. Das hieße, dass Kommunen, Stadt- bzw. Kreissportbünde und auch der Landesportbund NRW den Schachsport nicht mehr angemessen mit finanziellen Mitteln unterstützen darf bzw. kann. 
Der Schachsport dürfte ab 2018 vor ganz großen Problemen stehen. Finanzierungen für die Jugendarbeit und Lehrgänge sind dann aufs Äußerste gefährdet.
Was kann der Schachspieler = Schachspielerin vor Ort tun? 
Er informiert ganz schnell die Vorsitzenden von Sportbünden sowie  Bundestagsmitglieder aus seinem Wahlkreis über die geplante Neukonstruktion. Er berichtet, dass der Schachsport eine eigenständige Olympiade mit mehr Teilnehmern als normale „Olympiaden“ durchführt. Er klärt auf, dass die Zuschüsse an Vereine, Verbände und Bünde (SBNRW) schon grundsätzlich gegenüber anderen Sportarten eingeschränkt sind. Mittelkürzungen könnten zu Null-Förderungen führen.
Bitten sie die genannten Ansprechpartner, sich für den Schachsport angemessen einzusetzen.
Der Schachbund NRW wird sich an den LSB NRW wenden.
Helfen sie alle, das MATT zu verhindern.
Mit freundlichem Gruß
Ralf Niederhäuser (Präsident)